Martin's Südamerikareise - erstens kommt es anders und zweitens als man denkt travel blog


Am Morgen ging es mir immer noch so gut (ausser einer erhöhter Frequenz beim Gang auf die Toilette - ich verabreichte mir jedesmal eine halbe Flasche Gatorade), dass ich meinen "Plan" verwirklichte und nach San Pedro zurückfuhr, meine Sachen packte und am Nachmittag nach Calama zurückfuhr. In der Unterkunft angekommen wollte ich noch die Übernachtung bezahlen und dachte, dass ich noch etwas Rückgeld für die 10'000 $ bekommen würde. Dem war aber nicht so. Die Unterkunft koste zehntausend Peso. Ich insistierte, dass man mir 2'000 $ gesagt hätte. Eine halbe Stunde später sagte die junge Frau mir, dass die Besitzerin eigentlich 12'000 (doze mil, und nicht doz mil) gesagt hätte. Es kann ja sein, dass ich mich verhört gehabt hatte, zu meiner Verteidigung muss man aber nochmals erwähnen, dass die Chilenen ja gerne Endungen verschlucken. Ich war infolgedessen ziemlich sauer geworden und räumte schläunigst das Feld. An derselben Strasse, der Sotomajor, wurde ich zum Glück wieder Fündig: dem Hostal Valle de la Luna, für 5'000 $ die Nacht mit Kabelfernseher, aber ohne privates Bad (inklusive hätte das auch 10'000 $ kosten). Als wichtigste Aktion des Tages ging ich noch zum Terminal von Gemini-Busse wo ich meine Dokumente vom Spital vorlegte und so die Umbuchung auf Freitag bestätigen konnte.

In den nächste Tagen war eigentlich nicht mehr viel passiert, ausser dass ich mich immer besser fühlte. Ups, etwas habe ich ganz vergessen. Ich war am Donnerstag um halb fünf Nachmittags gerade im Hostal in Calama am Fernsehen (ein Actionfilm mit Explosionen und auch sonst viel Lärm) als plötzlich alles im Raum stark zu vibrieren anfing. Zuerst dachte ich, dass es nur das Hostal betraff. Nach etwa zwanzig sekunden wurde es mir dann ziemlich unheimlich und und ich ging sicherheitshalber in's Freie. Als ich andere Leute in der Umgebung auf dem Balkon stehen sah, welche irgendwie besorgt wirkten, wurde mir klar, dass nicht nur ich die Vibrationen wahrgenommen hatte. Am Abend hörte ich dann in den Nachrichten, dass es ein Erdbeben der Magnitude 6.8 gewesen war - von Sevi weiss ich nun auch, dass das Epizentrum östlich von Tocapillo in den Anden gelegen hatte. In den Nachrichten habe ich dann auch gehört, dass keine Gefahr eines Tsunamis bestanden hatte (wie man zum Beispiel in Iquique zuerst befürchtet hatte).

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