Martin's Südamerikareise - erstens kommt es anders und zweitens als man denkt travel blog

Die Berge von Aushub bei Chuquicamata.

Impression auf der Hinfahrt zur Mine

Einder der alten "Lastwagen"

 

... und hier nun das gigantische "Loch".

Die Riesencamions bei der Arbeit.

Es herrscht Hochbetrieb.

Von der Sprengung war nichts zu höhren gewesen.

Kupferhaltiges Mineral - das Gold von Chuquicamata.


An dem Tag sollte ich mich zum ersten Mal auf meiner Reise mit leichten Magenbeschwerden hermuschlagen müssen - sprich ich hatte etwas Durchfall gehabt und einen unangenehmen Druck in der Magengegend. Deshalb nam ich morgends, mittags und abends je eine Bioflorin Tablette um die Darmflora wieder auf Trab zu bringen und vor allem ass ich nur leichte Kost, sprich es gab nur Brot und eine Tasse Kokatee mit Rico Rico zum Frühstück und mittags und abends Reis. Rico Rico ist übrigens ein Strauch, welcher um San Pedro sehr häufig ist und der bei Erkältung und eben Magenproblemen helfen soll.

Bis zur Abfahrt des Busses nach Calama versuchte ich noch verzweifelt eine bessere Karte vom Parque Nacional Lauca zu organisieren - von der Tourist Info hatte immerhin eine grobe Karte des Parkes erhalten, aber leider vergebens. Die etwa einstündige Fahrt nach Calama verlief glücklicherweise ohne Zwischefälle. Nachdem ich mein Gepäck bei einer der "Oficinas" von Pullmanbus im (Shopping) Mall Calama -etwas auserhalb des Zentrums mein Gepäck deponiert hatte (beim Schalter nahe bei der Bahnstation war dies leider nicht möglich gewesen) - fuhr ich mit einem Taxi zum Plaza de Armas um dort eines der Collectivo"taxis", welches zur Mine Chiquicamata fährt, zu erwischen. Diese Collectivos sind einfach zu erkennen: sie sind gelb und sind mit "Chuqui" angeschrieben.

Die "Führung" begann um vierzehn Uhr und dauerte etwa ein einviertel Stunden. Dabei fuhren wir direkt zum Aussichtspunkt der Mine. Dieses gewaltige "Loch" (sdrei bis vier Kilometer im Durchmesser und 830 m tiefe) war schon sehr eindrücklich gewesen. Man hatte aber erst dann eine Vorstellung von der Dimension, wenn einmal ein normals Auto den langen Weg in tiefe Antrat. Unten angekommen war es von Auge nur noch schwer wahrnehmbar gewesen. Die riesen Camions waren dabei - wen wunderst - schon viel besser sichtbar. Ein Model aus dem Jahre 1977 konnte man dabei direkt aus der Nähe ansehen. Die neuesten Camions warden aber wohl noch grosser sein.

In der Mine herrschte ziemlicher Hochbetrieb. Es war daran zu erkennen, dass ständig vollbeladene Camions langsam den Berg hochschlichen und in umgekehrter Richtung - natürlich wieder etwas schneller - die Fahrt hinab antraten. Eine Staubwolke vom Grund der Mine deutete auf eine Sprengung hin, aber gehört hatte ich nichts davon. Die Mine soll übrigens schlussendlich einen Durchmesser von fünfzehn Kilometer und eine tiefe von etwa 1600 Meter erreichen. Es sind aber momentan noch drei weiter Minen in Planung, welche grösser als Chuquicamata sein werden. Die Grösste soll dabei einen Durchmesser von 24 Kilometer erreichen!

Die Kupferproduktion ist übrigens der wirtschaftlicher Motor der Region, wenn nich sogar des Landes. Im Vergleich zu anderen Städten sah sah man, dass die Leute hier mehr verdienten. Sie trugen neuere Kleider und fuhren schönere Autos wie anderswo. Interessant zu wissen ist, dass nur schon der Verkauf des Molybdäns, welches zusammen mit dem Kupfer geförder wird, die "Produktion" des reinen Kupfers finanziert wird. Dass bedeutet, dass Chile mit dem Verkauf der 1`300`000 Tonnnen Kupfer richtig viel Geld verdient (das "Unternehmen" Codelco, gehört seit 1971 dem chilenischen Staat).

Nach einer langen Internetsession und einem Abendessen im Mall Calama bestehend aus Reis schlug ich mir noch die Zeit bis zur Abfahrt des Nachtbusses um die Ohren (die Gepäckaufbewahrung war dabei bis etwa zehn Uhr geöffnet). Der Nachtbus fuhr dabei sehr pünktlich ab erreichte aber etwa eine dreiviertelstunde Früher wie angekündigt Iquique. Noch etwas schlaftrunken diskutierte ich kurz mit einem Taxifahrer über die Möglichkeit eine Zimmer so früh beziehen zu können ohne die Nacht auch noch bezahlen zu müssen. Ich war dabei irgendwie erstaunt, wo fliessend das Spanisch von der Zunge ging obwohl ich mich nicht wirklich fit fühlte. Auf einen Tip von Dinu liess ich mich zum Hostal Obispo Labbé in der selben Strasse (Adresse: 1272 Obispo Labbé, GPS Koordination: S: 20 Grad 13 Min. 11.9 Bogsek; W 70 Grad 09 Min. 01.5 Bogsek). Die Chefin (eine ältere Dame) öffnete dann tatsächlich die Tür und obwohl das Zimmer 7'000 $ kostete willigte ich ein, da ich keine Lust mehr hatte, noch weiter zu suchen. Die Kosten relativieren sich wieder wenn man bedenkt, dass es ein Zimmer mit privatem Bad, zwei Betten und Fernseher war (ich konnte mich leider nicht mehr an den Namen des Hostals erinnern, welches mir Severin vorgeschlagen hatte). Auf jedenfall war ich ziemlich froh mich in einem richtigen Bett - nicht wie im Bus - noch ein paar Stunden hinlegen zu können.

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