Katharina's winter in Moscow 2008 travel blog

Kloster in Sergejev Posad

Russische Dorfstrasse

Das 1. Kriegsschiff Peters des Grossen

Peresslavl - die aelteste Kirche Zentralrusslands

Peresslavl - abseits der Wege

Im Kreml von Rostov

Die Glockenhorizontale

Kreml vom See aus

Fenster zum Hof

Blick auf See


Der Tag war zwar kalt (ca. -5 Grad), aber wie gemacht fuer einen Ausflug. Vom Vortag lag noch frischer Schnee und die Sonne tauchte alles in ein warmes Gold. Der blaue Himmel wirkte umso intensiver.

Ich hatte bei einer Agentur eine englisch-sprachige Tour nach Peresslavl und Rostov gebucht - zwei Staedte des Goldenen Rings. Nur kurz - dieser Staedtering nordoestlich von Moskau (50 - ca. 250 km entfernt) ist im russischen Mittelalter ein Zentrum von Handel, weltlicher und religioeser Macht gewesen. Teilweise sind die Staedte noch aelter als Moskau. Heute besuchen fast alle Touris eine der Staedte (meist Susdal oder Wladimir). Peresslavl und Rostov sind weniger bekannt, aber da sie beide an grossen Seen liegen, wohl im Sommer auf jeden Fall ein Besuch wert.

Unsere Gruppe bestand aus 11 Personen und einem Reiseleiter, der alles "beautiful" fand und dessen "little breaks" zwischen seinen Monologen wirklich kurz waren. Die Ohren hatten sich noch gar nicht richtig erholt, erhielten wir schon die naechsten Infos - egal, ob wir schliefen oder nicht.

Den ersten Fotostop legten wir in Sergejew-Passad ein. Dieses Kloster war fuer einige Zeit Aufenthaltsort fuer den jungen Peter dem Grossen. Allerdings blieb es nur beim Fotostop, denn das Kloster ist allein schon ein Tagesausflug wert (lt. Tourguide). Also, ging es weiter nach Peresslavl. Auf dem Weg hielten wir noch in einem kleinen Dorf mit schoenen Holzhaeusern an, wobei wir viele der Art durchquerten, d.h. eigentlich haette man in jedem Dorf anhalten koennen. Viele Doerfer wirken recht verlassen. Laut Reiseleiter, ist die Landflucht mittlerweile der sichere Tod fuer die meisten Dorfgemeinschaften. Zudem lernten wir, Doerfer von Dachensiedlungen zu unterscheiden. Die letzteren liegen meist etwas von der Strasse entfernt und bestehen aus Handtuchgrundstuecken. Vergleichbar mit unseren Neubaugebieten, wo man sieht, was der Nachbar gerade fruehstueckt.

In Peresslavl gibt es eigentlich nur 2 Attraktionen. Das erste sogenannte "Highlight" besteht aus einem Schiff, das aus der Teenagerzeit Peter des Grossen stammt. Er hatte als Teenager auf dem See seine erste Flotte bauen lassen, um damit Kriegsmanoever zu ueben. Es gilt als Sternstunde der russischen Marine. Wenn man dann allerdings vor dem kleinen Kahn steht, merkt man mal wieder, wie sehr Tourismusmarketingleute uebertreiben koennen mit ihren Beschreibungen. Hatte irgenwie andere Erwartungen.

Im Stadtinneren befindet sich m. E. das wirkliche Schmuckstueck. Die aelteste Kirche Zentralrusslands - die 1152 vom Fuersten Juri Dolgoruki (gruendete spaeter Moskau) angelegte und von den Tartaren verschonte Christi-Verklaerungs-Kathedrale. Sie ist sehr schlicht, aber irgendwie andaechtig. Vielleicht ist es aber auch der touristische Placebo-Effekt, weil man weiss, dass sie so alt ist. Offen hat sie leider nur im Sommer. Drumherum gesellen sich weitere Kirchen, teilweise aber im schlechten Zustand. Zudem wurde dem Heerfuehrer und Sohn der Stadt Alexander Newski ein Pseudo-Denkmal gesetzt, denn eigentlich weiss keiner, wie er aussah, da keine Bilder ueberliefert sind.

In Rostov, gut eine Stunde entfernt, liegt an einem groesseren See - dem Nerosee und bietet mit dem Kreml und den alten Holzhaeusern einen wunderbaren Anblick - im Sommer. Als Wintertouristen hatten wir mal wieder Pech, da einige Kirchen und Kuppeln restauriert wurden. Egal, einige Bilder sind trotzdem gelungen. Im Kreml selber gibt es mehrere Ausstellungen, wovon ich nur die Emailausstellung interessand fand. Die Herstellung von Emailgegenstaenden und -schmuck hat in Rostov eine lange Tradition. Zu sehen war mehr oder weniger alles - alte Mitren mit Emailheiligenbildern ueber Abbildungen russischer Politiker bis hin zu moderner Kunst (in einer extra Galerie neben dem Kreml). Zu erwaehnen ist noch der Glockenturm (hier in horizontaler Form - die original alte russische Form) mit mehr als 10 Glocken - ein Konzert haette 10.000 r gekostet - schlappe 277 EUR. Nun ja, leider war auch kein russischer Oligarch zu gegen...

Noch ein kurzer Abstecher zum zugefrorenen See und dann traten wir auch schon wieder die Rueckfahrt (4 Stunden holprige Landstrasse) an. Fuer knapp 55 EUR ein lohnenwerter Ausflug.



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